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20.03.2017

Ein Abend zum Weltfrauentag +++ 180 Besucher im Kulturboden in Lindenberg

Lindau (Bodensee) – Der Vorsitzende des Integrationsbeirates Paolo Mura und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Lindau Ursula Sauter-Heiler hatten am Internationalen Weltfrauentag zum Filmabend in den Kulturboden in Lindenberg eingeladen. Gezeigt wurde der Film „Geschichten aus Teheran“ der First Lady des iranischen Kinos, Rakshan Bani-E‘temad. Die Regisseurin und Drehbuchautorin wagte es bereits nach dem Sturz des Schahs und der darauffolgenden Revolution in den 80er Jahren gesellschaftlich brisante Drehbücher zu schreiben und Filme zu drehen. 180 Zuhörer waren der Einladung in den Kulturboden gefolgt. Darunter viele afghanische Frauen, die dem Film in der Originalsprache Farsi folgen konnten. Das Interesse an weiteren Filmeabenden ist groß. Die stellvertretende Landrätin Margret Mader hat den Abend begleitet und die Besucher mit einem Ausflug in „das persische Reich zwischen Klatschpresse und Hochkultur“ eingestimmt.

Verköstigt wurden die Besucher mit afghanischem und persischem Essen, angeboten von einer Gruppe afghanischer Frauen sowie der Familie Maleky-Manz aus Lindau. Diese waren auch Teilnehmer einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Moderatorin Gaby Brensing vom Integrationsbeirat und erzählten von ihrer Flucht 1980 aus dem Irak. Mathab Manz war bei der Flucht 13 Jahre alt. Trotz iranischer Wurzeln ist die Heimat der Familie aber längst Deutschland.

Zur Person Rakshan Bani-E‘temad
Die Filmemacherin Rakshan Bani-E‘temad wird nicht nur im eigenen Land wegen ihres Bekenntnisses zur iranischen Gesellschaft anerkannt. Festivals weltweit luden die sozialpolitische Künstlerin bereits ein und zeichneten sie für ihre Werke aus. Sie schafft in ihren Filmen den Spagat zwischen Zensur und filmischer Ehrlichkeit und zeigt die Realität der unteren Klasse mit den Themen Kriminalität, Drogen, der Unterdrückung der Frau und kulturellen Tabus. Ihr Blick ist dabei ebenso schonungslos wie lebensfroh. Sie zeichnet eine starke iranische Frau voller Ideen und das das Weibliche als Hoffnung für die Zukunft der iranischen Gesellschaft. Bani E‘temad betont dabei, keine Feministin im westlichen Sinne sein zu wollen: Sie zeigt Menschen beiderlei Geschlechts im Kampf für ihre Rechte und ein lebenswertes Leben. Der Film „Geschichten aus Teheran“ wurde bei den Internationalen Filmfestspielen 2014 in Venedig nominiert und erhielt den Preis für das beste Drehbuch.

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