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05.05.2017

Vorfahrt für den ÖPNV - Kreistag stimmt einstimmig für Beitritt zum bodo

Lindau (Bodensee) – In seiner Sondersitzung hat sich der Kreistag einstimmig für den Beitritt des Landkreises Lindau zum Bodensee-Oberschwaben-Verkehrsverbund (bodo) ausgesprochen. Somit können nun alle erforderlichen Verträge unterzeichnet werden. Der Landkreis Lindau und die beteiligten Verkehrsunternehmen sollen dann offiziell ab dem 1. Januar 2018 dem Verkehrsverbund angehören.  

„Die Weichen für einen zukunftsfähigen ÖPNV sind gestellt. Der einstimmige Beschluss zeigt, dass es einen sehr großen politischen Willen gibt, dem ÖPNV im Landkreis Lindau Vorfahrt einzuräumen", sagt Landrat Elmar Stegmann. Der Beitritt zum Verkehrsverbund bringt viele Vorteile mit sich. Die Fahrgäste haben freie Verkehrsmittelwahl und können Bus und Bahn mit nur einem Fahrschein benutzen. Attraktive Fahrscheinangebote und günstige Tarife sollen mehr Menschen dazu bewegen, auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umzusteigen. Insgesamt soll aber auch die Zusammenarbeit aller Verkehrsunternehmen verbessert werden. „Der bodo ist ein Tarifverbund. Die Kernentscheidungen liegen aber noch immer beim Landkreis Lindau als Aufgabenträger des ÖPNV“, sagt Landkreisjurist Tobias Walch. Dazu gehört die Angebotsverbesserung, ebenso wie die Erweiterung einzelner Linien und die Taktung.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft ist die Einführung der elektronischen Fahrkarte, um das Fahren mit Bus und Bahn zu vereinfachen. Das sogenannte eTicketing ermöglicht es den Fahrgästen, sich in allen Verkehrsmitteln per Karte an- und abzumelden. Abgerechnet wird dann zum günstigsten Tarif. Dieses System befindet sich noch in der Entwicklungsphase und wird deshalb als Pilotprojekt vom Freistaat Bayern im Landkreis Lindau mit 545.000 Euro gefördert. „Auf diesen Zuschuss gibt es keinen Rechtsanspruch. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung, die für das Jahr 2017 in Anspruch genommen werden kann. Zu verdanken haben wir diese Sonderförderung der Initiative von Landtagsabgeordneten und Kreisrat Eberhard Rotter“, betont Landrat Elmar Stegmann. Die Stadt Lindau müsste als Aufgabenträger des ÖPNV im Stadtgebiet einen eigenen Förderantrag stellen.

Über den Beitritt der Stadt Lindau als Aufgabenträger des ÖPNV im Stadtgebiet müsste vom Lindauer Stadtrat ein eigener Beschluss gefasst werden. Würde die Stadt Lindau dem Verkehrsverbund nicht beitreten, könnte die Stadtverkehr Lindau GmbH als Betreiber des Stadtbuses Lindau als einziges Verkehrsunternehmen im Landkreis Lindau nicht von den Vorteilen profitieren. Von Seiten des bodo gibt es keine Vorgaben, dass ein Beitritt des Landkreises Lindau an den der Stadt Lindau gekoppelt ist.

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