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14.04.2015

"Draußen umgeschaut" April 2015 - Der Hohle Lerchensporn

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

 

 

Vom zeitigen Frühjahr an bis in den Mai hinein zeigt sich Hohle Lerchensporn (Corydalis cava). Diese typische Pflanzenart des Frühlings nutzt bei steigenden Temperaturen die Zeitspanne, in der die Bäume noch kein Laub tragen, um zu blühen und Samen zu bilden. Jede Pflanze trägt zwei blaugrüne gefiederte Blätter. Die schwach duftenden violetten oder weißen Blüten mit ihrem langen Sporn werden von Bienen und Hummeln bestäubt. Bei der Ausbreitung der Samen helfen Ameisen. Sie interessieren sich für die an den Früchten hängenden nährstoffreichen Anhängsel. Nach der Samenreife sterben die oberirdischen Pflanzenteile rasch ab und der Lerchensporn überdauert bis zum nächsten Frühjahr als hohle Knolle im Boden.

Neben den Bienen und Ameisen nutzt ein seltener Tagfalter den Hohlen Lerchensporn: der Schwarze Apollofalter (Parnassius mnemosyne). Dieser Apollofalter legt seine Eier ausschließlich auf Lerchensporn-Arten ab. Er dient den heranwachsenden Raupen als Futter. Der bei uns stark gefährdete Schwarze Apollo kommt im Alpenraum in Höhenlagen zwischen 600 - 1.600 m vor. Im Landkreis Lindau kann man ihn nicht finden. Im Landkreis Oberallgäu kann man ihn mit viel Glück zumeist ab Juni auf Almen am Rande von Bergahorn-Buchenwäldern beobachten.

Der Hohle Lerchensporn in Bayern weit verbreitet. Er ist nicht gefährdet. Zu finden ist das wärmeliebende Erdrauchgewächs auf frischen basen- und nährstoffreichen Standorten in krautreichen Laubwäldern, aber auch in Hecken, Parkanlagen und Gärten. Im Landkreis Lindau kann man diesen Lerchensporn vor allem um den Bodensee wie zum Beispiel bei Nonnenhorn, am Bühlweiher bei Enzisweiler oder zwischen Hattnau und Senftenau häufig finden. Die Pflanze, besonders die Knolle, ist giftig. Früher wurde sie als Heilpflanze zur Wundheilung, als Beruhigungsmittel und als Wurmmittel eingesetzt.

 

 

Der Landschafspflegeverband Lindau-Westallgäu ist ein gemeinnütziger Verein der sich der Erhaltung und Pflege unserer heimischen Kulturlandschaft widmet. Der Vorstand setzt sich in „Drittelparität“ aus Vertretern der Kommunen, der Naturschutzverbände und der Landwirtschaft zusammen. So können gemeinsam und im Konsens Arbeiten i. S. des Naturschutzes mit den Landnutzern vor Ort durchgeführt werden. Sie finden die Geschäftsstelle des Landschaftspflegeverbandes im Landratsamt oder erreichen die Geschäftsführerin unter 08382-270381.

Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V.

Autor/in: Melanie Schober-Mühlberger und Michaela Berghofer
Quelle: Botanischer Informationsknoten Bayern: http://www.bayernflora.de/de/index.php Bundesamt für Natursc

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