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14.04.2016

"Draußen umgeschaut" April 2016 – Die Rote Mauerbiene

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Im April möchten wir über die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) berichten, eine der 506 Wildbienenarten Bayerns. Sie fliegt von März bis zum Juli und ist fast überall häufig. Sie kommt mit einer Vielzahl verschiedener Lebensräume zurecht. Dies sind beispielsweise Waldlichtungen, Streuobstwiesen sowie Feldhecken. Aber auch in Türschlössern, Tabakspfeifen oder Gummischläuchen wurde sie schon gefunden.

Die verschiedenen Wildbienenarten sind nur schwer zu unterscheiden. Unsere Rote Mauerbiene ist zwischen 8-12 mm lang und besitzt eine dunkelbraune Grundfärbung mit metallischem Glanz. Am Vorderkörper ist sie gelbgrau, am Hinterleib ist sie vorne hellbraun, hinten aber schwarz behaart. Die Weibchen sind größer als die Männchen und besitzen eine schwarz behaarte Stirn. Die Männchen dagegen besitzen eine weiße Behaarung an der Stirn sowie längere Fühler. Der deutsche Name „Rote Mauerbiene“ stammt von der rötlichen Bauchbürste auf der Unterseite des Hinterleibs der Weibchen. Der lateinische Name „Zweigehörnte Mauerbiene“ lässt auf ein weiteres Merkmal schließen: die Weibchen besitzen an der Stirn zwei deutliche Hörner.

Jedes Weibchen baut in Hohlräumen, so auch in Insektenhotels, alleine ein längliches Nest aus ungefähr 10 getrennten Zellen. Die Wände der Zellen werden aus Lehm gebaut. Jede Zelle wird mit einem Futtervorrat aus Pollen und Nektar ausgestattet. Auf diesen Proviant wird jeweils ein Ei gelegt, das sich im Laufe des Sommers zu einer Larve entwickelt. Im Anschluss verpuppen sich die Larven und überwintern dann als erwachsene Bienen in den Kokons. Im Frühjahr schlüpfen zuerst die Männchen, die sich dann an den Nistplätzen sammeln, um dort auf die Weibchen zur Paarung zu warten.

Im Gegensatz zu den meisten Wildbienenarten ist die Rote Mauerbiene nicht wählerisch bei der Futterwahl. Man kann sie beispielsweise an Obstbäumen, Weißklee oder Spitzwegerich beobachten. Bei der Obstbaumbestäubung spielen Wildbienen eine große Rolle. Ihre Dienste werden daher schon mancherorts im Obstbau genutzt.

Quelle: Amiet, F., Herrmann, M., Müller, A., Neumeyer, R. (2004): Fauna Helvetica 9, Apidae 4, Anthidium, Ch

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