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02.08.2016

"Draußen umgeschaut" August 2016 - Das Sumpfherzblatt

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Diesen Monat stellen wir das Sumpfherzblatt (Parnassia palustris) vor, deren Blüte Vorlage für das Logo des Landschaftspflegeverbandes ist. Benannt ist die Pflanze nach den oft herzförmigen Blättern, die am Boden in einer Rosette angeordnet sind und nach ihrem bevorzugtem Lebensraum, dem Sumpf. So findet man die geschützte Pflanzenart vornehmlich in nährstoffarmen Streuwiesen und Flachmooren. Sie kommt in Höhen bis 2.500 m vor. Die Größe der Pflanze, die von 3-30 cm reicht, variiert je nach Umgebungstemperatur: je kälter, desto kleiner ist das Sumpfherzblatt.

Die Pflanze blüht von Juli bis in den September. Das blühende Sumpfherzblatt scheint auf den ersten Blick schlicht, doch lockt es seine Bestäuber raffiniert an: Jede Blüte besitzt fünf weiße, längs gestreifte Kronblätter. Die Streifen leiten die Bestäuber von außen nach innen ins Zentrum der Blüte. Dort finden die Insekten fünf Staubblätter, die Pollen produzieren und fünf Nektarblätter. Jedes grünlich gefärbte Nektarblatt besitzt mehrere glänzende und lockende „Drüsenköpfchen“, die aber keinen Nektar produzieren. Nur am Grund sondern sie eine kleine Menge duftenden Nektars ab. Die Nektarblätter gaukeln den Bestäubern, hauptsächlich Fliegen, ein reichhaltiges Angebot an Nektar vor, obwohl sie nur wenig Nahrung anbieten. Man nennt solche Blüten auch Fliegentäuschblumen. Mit diesen „Einrichtungen“ erreicht die Pflanze, dass die Bestäuber auf der Suche nach Nahrung mehrmals in Kontakt mit den Pollen bildenden Staubbeuteln bzw. der fruchtbaren Narbe kommen. Besonders ist auch, dass die Staubblätter zuerst reifen. Zu Beginn der Blüte liegen die Staubblätter eng am Fruchtknoten an. Täglich neigt sich eines der reifenden Staubblätter nach außen. Am Schluss liegt der Fruchtknoten zur Bestäubung mit Pollen frei.

Das Sumpfherzblatt wurde übrigens früher in der Heilkunde bei Herzklopfen und Magenbeschwerden angewendet. Heute findet es aber heute keine Verwendung mehr.

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