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09.12.2016

"Draußen umgeschaut" Dezember 2016 / Januar 2017 - Die Fichte

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Dieses Mal berichten wir über den Baum des Jahres 2017, die Fichte (Picea abies). Dieser immergrüne Nadelbaum kann bis 600 Jahre alt und über 60 m hoch werden. Er gehört, neben der Weißtanne (Abies alba), zu den größten europäische Baumarten. Aber nicht immer erreicht die Fichte solch stattliche Höhen. Es hängt vom Standort ab, wie gut sie wachsen kann. An der Baumgrenze, die in den deutschen Alpen bei etwa 1.800 m Höhe liegt, wird sie deutlich kleiner und nimmt als Krummholz oft eigenartige Formen an. Sie besitzt bis zu 2,5 cm lange Nadeln, die mit Hilfe eines natürlichen Frostschutzes über mehrere Jahre alt werden können. Die Nadeln sind im Gegensatz zu denen der Weißtanne zugespitzt und vierkantig. Die durch den Wind bestäubten, reifen Zapfen hängen nach unten, während die der Tanne nach oben stehen. Ihre Rinde besitzt einen kupferbraunen Schimmer, was auch zu ihrem umgangssprachlichem Namen, Rottanne, geführt hat.

Sie ist durch den Einfluss des Menschen zur häufigsten Baumart bei uns geworden. Als forstwirtschaftlich genutzter „Brotbaum“ nimmt sie fast die Hälfte der Waldfläche Bayerns, meist in Monokultur, ein. Ohne unser Zutun würde die Fichte nur in den feucht - kalten, höheren Lagen der Mittelgebirge und Alpen bestandsbildend vorkommen. Als Flachwurzler machen der Fichte heutzutage vermehrte Sturmereignisse und längere Trockenperioden, die die Bäume schwächen, zu schaffen. Von ihren Schädlingen, die Fichtenborkenkäfer, meist ist hier der Buchdrucker (Ips typographus) gemeint, können sie dann leichter befallen werden. Zudem macht es die Anpflanzung in Monokulturen den Borkenkäfern einfacher sich auszubreiten. So wird es die Fichte als Brotbaum wohl in Zukunft nicht leicht haben.

Die Fichte wird vielseitig verwendet. Ihr Holz nutzt man als Baustoff, Brennholz oder Rohstoff für die Papierproduktion. Aus den Nadeln wird Öl hergestellt, das der Behandlung von Bronchitis dient oder in Badezusätzen die Durchblutung fördern soll. Junge Fichtentriebe sind reich an Vitamin C und wurden früher bei der Behandlung der Seefahrerkrankheit Skorbut eingesetzt. Ihr Harz wurde zum Auskleiden von Bierfässern benutzt und aus ihr wurde künstliches Vanillin sowie Gerbmittel hergestellt. Aber nicht nur wir Menschen, sondern auch die Tierwelt nutzt diese Baumart. So fressen der Fichtenkreuzschnabel oder das Eichhörnchen die nahrhaften Samen der Zapfen.

Autor/in: Eva Stangler, Michaela Berghofer
Quelle: Düll & Kutzelnigg (2011): Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 7. Aufla

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