Direkt zu:

02.02.2017

"Draußen umgeschaut" Februar / März 2017 - Der Gewöhnliche Tüpfelfarn

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Auch in der kalten Jahreszeit findet man bei uns so manche grüne Pflanze. So zum Beispiel den Gewöhnlichen Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), dessen 10-40 cm lange, fiederschnittige und sehr robuste Blätter überwintern. Bei uns im Landkreis Lindau kommt diese Pflanzenart vor allem im Westallgäu vor. Sie wächst im Halbschatten auf kalkarmen Böden, auf humusüberzogenem Nagelfluh oder Mauern und kommt bis in eine Höhe von 2.100 m in den Alpen vor. Eine Besonderheit dieses Tüpfelfarns ist, dass er auch als sogenannte Aufsitzerpflanze (= Epiphyt) auf alten Bäumen wie beispielsweise dem Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) wachsen kann. Das funktioniert aber nur an Orten mit hoher Luftfeuchtigkeit wie in Bachtälern.

Farne zählen neben den Moosen und Bärlappgewächsen zu den ältesten Landpflanzen auf unserer Erde. Sie bilden keine bunten Blüten und Früchte. Vielmehr pflanzen sich Farne in zwei Generationen fort: In der 1. Generation bilden sie ungeschlechtlich, oft auf der Unterseite ihrer Blätter, Sporen in Sporenkapseln, die bei ihrer Reife oft braun gefärbt sind. Die reifen Sporen werden mit dem Wind verbreitet, wenn die Kapseln bei Trockenheit aufplatzen. Sie keimen, wenn sie am richtigen Platz mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden. In der nun folgenden 2. Generation wachsen sie zu einem sogenannten Vorkeim (= Prothallium) heran. In diesem Vorkeim bilden sich Männchen und Weibchen aus. Erst jetzt folgt die geschlechtliche Fortpflanzung aus der eine neue Farnpflanze entsteht.

Der Gemeine Tüpfelfarn heißt im Volksmund auch Engelsüß, weil die Wurzel sehr süß schmeckt und als Naschwerk für Kinder diente. Auch wurde der Farn für Heilzwecke als Abführmittel, bei Husten, Leberleiden oder Gicht verwendet. Die Pflanze besitzt einen für Darmwürmer giftigen Bitterstoff. Heute dient der hübsche Farn als Zierpflanze.

Autor/in: Eva Stangler und Michaela Berghofer
Quelle: Botanischer Informationsknoten Bayern: http://daten.bayernflora.de/de/info_pflanzen.php?taxnr=4441 D

Wo finde ich was?


Adressliste