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11.03.2015

"Draußen umgeschaut" März 2015 - Der Braune Streifenfarn

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Unsere Art des Monats März ist ein echter Spezialist: der Braune Streifenfarn (Asplenium trichomanes). Dieser leicht erkennbare immergrüne Streifenfarn hat zierliche bis 20 cm lange Wedel und einen durchgehend schwarzbraunen Blattstiel. Im Volksmund wird der Farn auch Steinfarn, Steinfeder oder Widerthon genannt. Er gehört zu den Farnen, die sich an das eher lebensfeindliche Milieu von Felsen und Mauern gut angepasst haben. Mauer- und Gesteinsfugen bieten meist kaum länger vorhaltende Wasserspeichermöglichkeiten und nur kleinsten Wurzelraum. Auch kommt dieser Farn mit einen nur geringen Angebot an Nährstoffen zurecht.

 

 

 

Farne zählen neben den Moosen und Bärlappgewächsen zu den ältesten Landpflanzen auf unserer Erde, deren Entstehung in das Zeitalter des Devon zurückdatiert werden kann. Sie bilden keine bunten Blüten und haben daher auch keine Früchte. Vielmehr pflanzen sich Farne in zwei Phasen mit einem Generationswechsel fort: Zunächst bilden sie ungeschlechtlich, oft auf der Unterseite ihrer Blattwedel, Sporen. Die reifen Sporen werden bei Trockenheit mit dem Wind weit verbreitet. Aber erst wenn sie am richtigen Platz mit ausreichend Feuchte landen, keimen sie. Dann wachsen sie zu einem sogenannten Vorkeim heran. Dort bilden sich Männchen und Weibchen aus. Erst jetzt erfolgt die geschlechtliche Fortpflanzung und eine neue Farnpflanze kann entstehen.

 

Der Braune Streifenfarn ist weltweit verbreitet. Bei uns kommt er in allen Landschaften vor. In den Alpen findet man ihn bis in 2000 m Höhe. Im Westallgäu kann man ihn beispielsweise an halbschattigen Felsen in Tälern und Tobeln antreffen. In der Stadt Lindau ist er an alten Stadt- und Hafenmauern zu finden. Er steht nicht auf der Roten Liste der Pflanzenarten. Seine Vorkommen an natürlichen Wuchsorten, den Felsen, sind nicht bedroht. Werden aber die sekundären Lebensstätten, also Mauern, abgerissen oder verfugt, verschwindet er. Neue Standorte werden von dem zarten Farn nur langsam besiedelt.

 

 


Der Landschafspflegeverband Lindau-Westallgäu ist ein gemeinnütziger Verein der sich der Erhaltung und Pflege unserer heimischen Kulturlandschaft widmet. Der Vorstand setzt sich in „Drittelparität“ aus Vertretern der Kommunen, der Naturschutzverbände und der Landwirtschaft zusammen. So können gemeinsam und im Konsens Arbeiten i. S. des Naturschutzes mit den Landnutzern vor Ort durchgeführt werden. Sie finden die Geschäftsstelle des Landschaftspflegeverbandes im Landratsamt oder erreichen die Geschäftsführerin unter 08382-270381.

Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V.

Autor/in: Melanie Schober-Mühlberger und Michaela Berghofer
Quelle: Botanischer Informationsknoten Bayern: http://www.bayernflora.de/de/index.php Bundesamt für Natursc

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