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08.02.2016

"Draußen umgeschaut" Februar 2016 - Die Echte Becherflechte

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

So manch eigenartig geformte Wesen finden sich in der Natur, die auch bei näherem Hinschauen nicht den Eindruck erwecken, eine Pflanze zu sein. Ein Beispiel dafür sind Flechten, von denen es in Bayern wohl an die 1.800 verschiedene Arten gibt. Flechten gehören wie Pilze und Farne zu den sogenannten Kryptogamen (="Pflanzen, die im Verborgenen heiraten" [griech. kryptós: verborgen, versteckt; gamós: Hochzeit]). Allen gemeinsam ist, dass sie sich über Sporen vermehren.

Flechten sind Organismen, die aus einer sehr spezialisierten Lebensgemeinschaft von Pilz und Alge bzw. Cyanobakterie (= früher Blaualge) bestehen: Pilze können ihre Nahrung nicht selbst herstellen. Sie nutzen dazu die Algen, die geschützt im Geflecht der Pilzfäden leben. Die Algen betreiben Fotosynthese, stellen also aus Licht, Kohlendioxid und Wasser unter anderem Zucker her, von denen sich der Pilz ernährt. So profitieren beide. Flechten können im Gegensatz zu den Blütenpflanzen ihren Wasserhaushalt nicht regeln. Das bedeutet, dass sie bei Trockenheit inaktiv werden bzw. bei ausreichender Versorgung mit Wasser aktiv sind und wachsen. Sie wachsen nur wenige Millimeter im Jahr und leben vorzugsweise auf Baumrinde, Holz, Felsen oder Erdboden.

Den Vegetationskörper der Flechte nennt man Lager. Nach der Gestalt des Lagers werden Flechten werden in mehrere Gruppen wie Krusten-, Blatt- und Strauchflechten unterteilt. Unsere „Echte Becherflechte“ (Cladonia pyxidata) ist in ihrem Aussehen sehr variabel, daher können Spezialisten noch einige Unterarten unterscheiden. Die Echte Becherflechte gehört zu den häufigeren Flechtenarten bei uns in Bayern. Man findet sie auf verrottenden Baumstämmen und –stümpfen, auf trockeneren humusreichen Böden, an Zaunpfählen oder in offenen Heidelandschaften.

Quelle: Flechten Deutschlands: http://www.flechten-deutschland.de/ Bayerisches Landesamt für Umwelt: http://

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