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11.11.2015

"Draußen umgeschaut" November 2015 - Das Gemeine Pfaffenhütchen

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ monatlich eine Tier- oder Pflanzenart in der lokalen Presse und auf den Internetseiten des LPV beim Landkreis Lindau (Bodensee) vor.

Jetzt im späten Herbst, wo viele Pflanzen ihren Jahreszyklus bereits abgeschlossen haben, möchten wir eine Strauchart vorstellen, die jetzt an sonnigen Tagen durch ihre leuchtenden Blätter und Früchte auffällt: das Europäische oder Gewöhnliche Pfaffenhütchen (Euonymus europea). Der Strauch gehört zur Familie der Spindelstrauchgewächse (Celastraceae). Die Frucht des Pfaffenhütchens sieht in geschlossener Form aus wie die Kappe eines Priesters. Daher kommt der Name Pfaffenhütchen. Der sommergrüne Strauch hat seine gelb oder rot gefärbten Blätter zumeist schon verloren. Er trägt meist noch die rosa bis karminroten Hüllen der Fruchtkapseln. In diesen Fruchtkapseln finden sich vier knallig orange Samen, die verschiedene Vogelarten wie beispielsweise Drosseln oder Rotkehlchen zum Fressen einladen. Die Vögel schälen das Fruchtfleisch ab. Sie lassen den Samen auf den Boden fallen und verbreiten die Art so. Die Samen keimen erst nach einer mehrjährigen Ruhephase. Im Gegensatz zu seiner weithin auffälligen Herbsttracht blüht das Pfaffenhütchen eher unscheinbar. Seine zarten, weißen Blüten zeigt es von Mai bis in den Juni, die von verschiedenen Insektenarten bestäubt werden.

Der heimische bis zu 3 Meter hohe Strauch kommt in Hecken, Feldgehölzen oder in lichten Gebüschen der Aue vor. Auch wird es in Gärten gepflanzt. Bei uns hier im Landkreis ist das Pfaffenhütchen fast überall zu finden. In den Alpen tritt der Strauch bis in Höhen von 1.100 m auf. Die in ganz Europa verbreitete Art ist bei uns nicht gefährdet.

Die gesamte Pflanze ist sehr giftig. Früher wurde sie in der Heilkunde verwendet. Ein aus den Früchten hergestelltes Pulver nutzte man zur Ungezieferbekämpfung. Aus dem harten Holz des Strauchs wurden verschiedene Gebrauchsgegenstände wie beispielsweise Garnspindeln hergestellt. Auch hat man das Holz zu Zeichenkohle verarbeitet.

Quelle: Botanischer Informationsknoten Bayern: http://www.bayernflora.de/de/index.php Bundesamt für Natursch

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