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25.03.2015

Pflege im FFH-Gebiet Maierhöfer Moos - Aus der Arbeit des Landschaftspflegeverbandes

Das Maierhöfer Moos ist eines unserer Kleinode der Natur im Landkreis Lindau. Im Zentrum des Gebiets liegt ein heute größtenteils dicht bewaldetes, entwässertes Hochmoor. Hochmoore werden ausschließlich von Regenwasser gespeist. Sie sind nass, arm an Nährstoffen und ihr Boden, aus Torf, ist sauer. Hochmoore sind daher extreme Lebensräume, in denen nur hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, wie zum Beispiel Sonnentau und Moosbeere, überleben können. Von Natur aus sind Hochmoore mit einem natürlichen Wasserhaushalt im Kernbereich weitestgehend frei von Bäumen. Lediglich am Rand wachsen normalerweise Spezialisten wie Moorkiefern und Moor-Birken. Tatsächlich sind heute etwa 95% der bayerischen Moore in ihrem Wasserhaushalt durch Entwässerung und Torfabbau gestört. Das hat schwerwiegende Auswirkungen auf die moortypische Pflanzen- und Tierwelt. Doch nicht nur für sie stellt dies ein großes Problem dar. Moorböden haben über Jahrtausende hinweg große Mengen an CO2 gespeichert. Wird Moorboden entwässert, entweichen jedes Jahr tonnenweise Treibhausgase. Es stammen etwa 8 % aller bayerischen CO2-Emissionen aus entwässerten Mooren.

Um im Maierhöfer Moos die aktuelle Situation zu verbessern, hat der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V. in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Regierung von Schwaben zunächst auf einer Landkreisfläche, am Westrand des Moores, Gehölze entnehmen lassen. Da jeder Baum Wasser verdunstet, wird durch die Gehölzentnahme der Wasserverlust im Moor deutlich verringert. Zudem kann sich durch die Auflichtung auf Dauer wieder eine moortypische Pflanzenwelt entwickeln und das Torfmooswachstum wird gefördert. Die Fläche wird so für auch für tierische Moorspezialisten, wie beispielsweise den stark gefährdeten Hochmoorgelbling, wieder interessant. Um das Hochmoor herum sind im Maierhöfer Moos noch blütenreiche Streuwiesen zu finden. Diese werden Dank der Landwirte, die sie meist noch traditionell einschürig und oftmals in beschwerlicher Handarbeit bewirtschaften, erhalten.

Die Gehölzentnahme wurde von ortsansässigen Landwirten durchgeführt. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Freistaats Bayern aus dem Klimaschutzprogramm (KLIP 2050), einem Sonderprogramm zum Schutz unserer Moore. Der Landschaftspflegeverband trägt einen Teil der Gesamtkosten und übernimmt die Planung und Organisation der Maßnahme.

Bild: Der Rundblättrige Sonnentau, eine typische Art der Hochmoore

Quellen:

Bayerisches Landesamt für Umwelt http://www.lfu.bayern.de

Bundesamt für Naturschutz http://www.bfn.de

Broschüre der Allgäuer Moorallianz: „Eine Allianz aus Überzeugung“

Text: Melanie Schober-Mühlberger, Foto: Michaela Berghofer

 

Der Landschafspflegeverband Lindau-Westallgäu ist ein gemeinnütziger Verein der sich der Erhaltung und Pflege unserer heimischen Kulturlandschaft widmet. Der Vorstand setzt sich in „Drittelparität“ aus Vertretern der Kommunen, der Naturschutzverbände und der Landwirtschaft zusammen. So können gemeinsam und im Konsens Arbeiten i. S. des Naturschutzes mit den Landnutzern vor Ort durchgeführt werden. Sie finden die Geschäftsstelle des Landschaftspflegeverbandes im Landratsamt oder erreichen die Geschäftsführerin unter 08382-270381.

Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e.V.

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