Ort der Vielfalt: Integrationsbeirat nutzt Kulturraum für Abschlusssitzung
Lindau (Bodensee) – Der Integrationsbeirat Lindau hat seine vierte und letzte Sitzung des Jahres im Kulturraum Lindau abgehalten. Joseph Bastin eröffnete die Sitzung und begrüßte die Mitglieder sowie Gäste zu einem Austausch über aktuelle Projekte und Entwicklungen in der Integrationsarbeit.
Austausch mit migrantischen Communities
Ein zentraler Tagesordnungspunkt war die Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit. Mitglieder des Integrationsbeirates besuchten Anfang November den DITIB Türkisch-Islamischen Kulturverein Lindau, um dessen Arbeit besser kennenzulernen. Der Verein zählt rund 300 Mitglieder und bietet ein breites Spektrum an religiösen, kulturellen und sozialen Angeboten.
Der Beirat wird den Verein künftig über Projekte informieren, bei denen Mitglieder mitmachen können – zum Beispiel beim MiMi-Gesundheitsprojekt Bayern. Dort können Menschen mit eigener Migrationserfahrung als Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren aktiv werden.
Die Zusammenarbeit mit weiteren Communities ist geplant. Interessierte Gruppen und Vereine können sich jederzeit an den Integrationsbeirat wenden.
Schulprojekt „Alltagsrassismus“
Einen besonderen Schwerpunkt bildet derzeit das Schulprojekt „Alltagsrassismus“, das nach erfolgreichem Auftakt am Gymnasium nun auch an der Mittelschule Lindenberg i. A. mit den Schülerinnen und Schülern der 6. und 7. Klassen unter federführend von Rose Eitel-Schmid durchgeführt wird. Ziel des Projekts ist es, die Jugendlichen für die Themen Alltagsrassismus, Diskriminierung, Vorurteile und Integration zu sensibilisieren. Rose Eitel-Schmid führt in die Inhalte ein und wird dabei von Amadou Bokoum unterstützt, der seine persönlichen Erfahrungen von Kindheit bis zu seinem Weg nach Deutschland einbringt, sowie von Dr. Hans-Martin Böhm, der durch seine Tätigkeit als Arzt in Burkina Faso wertvolle Einblicke vermittelt. Gemeinsam gelingt es den Mitwirkenden, die komplexen Fragestellungen anhand konkreter Beispiele anschaulich zu erarbeiten und lebendig zu vermitteln.
Die Rückmeldungen der Schulen sind durchweg positiv: Die Schülerinnen und Schüler beteiligen sich aktiv, stellen Fragen und zeigen großes Interesse an den Diskussionen. Der Integrationsbeirat prüft derzeit, wie das Projekt durch Kooperationen mit regionalen Medien noch stärker sichtbar gemacht werden kann – etwa über Porträts und Interviews der Beteiligten.
Forschung zu Diskriminierung im Gesundheitswesen
Gabriele Brensing gab Einblicke in eine Netzwerkveranstaltung des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM e. V.). Eine dort vorgestellte Studie weist auf Diskriminierungen internationaler Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern hin. Der Integrationsbeirat wird das Thema auch in lokale Netzwerke und Arbeitsgruppen tragen.
Kulturraum als inklusiver Treffpunkt
Der Kulturraum Lindau diente bewusst als Veranstaltungsort: Er ist ein offener und inklusiver Begegnungs- und Kulturtreffpunkt auf der Insel, der Vielfalt sichtbar machen und gesellschaftliche Teilhabe fördern soll. Dies geschieht unter anderem durch Theaterprojekte mit und ohne Behinderung sowie durch Angebote für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Ainoha Guerrero Tetas stellte das Konzept vor und betonte, dass die Arbeit des Integrationsbeirates hervorragend dazu passt.
Stärkung des Miteinanders
Zum Abschluss nutzte der Beirat den Austausch bei orientalischen Leckereien, um die Zusammenarbeit zu vertiefen – ganz im Sinne des Kulturraums als Ort gelebter Vielfalt.
